Some True Lines Mai 2017 – Alles relativ

Heute mal eine andere Ausgabe meiner monatliche „Some True Lines„, denn heute geht es um nur ein einziges Lied, bei dem es mir schwer viel, nur wenige Zeilen auszuwählen. Ich selbst kann kein Kölsch – aber dieses Lied verstehe ich doch sehr gut. Dennoch habe ich es mal übersetzt – frei! Deshalb: Keine Garantie, dass die Übersetzung 100%-ig korrekt ist. Aber den Kern der Sache, habe ich getroffen.

An dieser Stelle ein hoch auf diesen großartigen Künstler und Musiker, der diese Gefühle und Tatsachen in so treffende Worte gefasst hat: Wolfgang Niedecken. Danke dafür!

Alles relativ

Dem blonde Jung‘, der ich eins war, behütet und verwöhnt,

im sechsten Jahr nach’m Krieg geboren, war es noch vergönnt,

sich rumzutreiben, auszutesten, unschuldig, kindlich und naiv.

Es gab kein Einstein, damals war nix relativ.

 

So ziemliche jede Warnung, ging ganz einfach in den Wind,

beziehungsweise dahin, wo die Angepassten sind.

Der junge Mann war zornig, doch in seiner Phantasie

war alle möglich, jedenfalls war nix relativ.

 

Seine Mutter hat es gut gemeint: „Jung, mach das Beste draus!“

Und das man außer glücklich werden, eigentlich nix muss.

Einges hat hingehauen, manches ging auch schief.

In irgendeinem schlauen Buch stand: Alles relativ.

 

Er hat dadrüber nachgedacht, trotz viel zu viel Physik,

sogar bis er es kapiert, obwohl Mathematik

ja eigentlich ganz logisch sein soll, sein Fach war es nie.

Danach war auch für ihn dann alles relativ.

 

Die nächsten vier Jahrzehnte war er ständig unterwegs.

Die Straße ist der Ort, wo der Gaukler seiner Erfahrung macht,

die guten, wie die schlechten, alle maßlos intensiv.

Oft klingt es wie ein Trost, wenn es heißt, alles wär relativ.

 

Jetzt geht er auf die Siebzig zu, so langsam wird er alt.

„Das Alter ist nur relativ!“ singt er im dunklen Wald.

Er wünschte, er wär gelassener, weil schließlich alles fließt.

Der Schmerz, die Sehnsucht und die Angst sind relativ.

 

Das Eis der Zivilisation wird dünner Tag für Tag,

ein Handschlag ist längst weniger wert, als irgendein scheiß-Vertrag.

Die Trittbrettfahrer triumphieren, und mir warten auf Godot

Das ist nicht mehr meine Welt, hört mir noch einer zu,

hört mir noch einer zu?

 

Nur wahre Liebe und der Tod

sind endgültig und absolut,

mit nichts vergleichbar. Wies aussieht,

ist alles andere tatsächlich relativ,

Alles relativ, alles relativ.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s