Eltern

Wer kennt es nicht: Man zofft sich, „hasst“ sich, wirft sich schlimme Dinge an den Kopf, bekommt Vorwürfe gemacht, fühlt sich unverstanden, denkt, man habe die schlimmsten Eltern der Welt und wünscht sich weit, weit weg von ihnen zu sein.

Und wenn es soweit ist : Endlich eigenständig, auf sich selbst gestellt, Verantwortung tragen. Man lernt, dass das Geld schneller weg ist, als vorher gedacht, schmeißt die Ergebnisse der ersten Kochversuche weg und der Kühlschrank ist immer leer. Dann wünscht man sich nichts mehr, als wieder zuhause bei Mama und Papa zu sein, selbst gekochtes Essen vorgesetzt zu bekommen, immer frisch gewaschene Klamotten im Schrank zu haben, nicht putzen zu müssen und die Rechnungen von Papi bezahlt zu bekommen.

Aber so ist das Leben. Sobald man ausgezogen ist merkt man erst, was man früher eigentlich hatte. „Hotel Mama“ war gar nicht so schlecht im Nachhinein.

Und so oft wir uns auch gestritten hatten und ich dachte mich versteht keiner…vermisse ich die gleichen Personen, vor denen ich mich früher im Zimmer eingeschlossen hatte, doch wirklich sehr.

Am Anfang besucht man sie alle 3-4 Wochen, Pflichtbesuche und man wimmelt die Mutti am Telefon schnell ab. Dann werden es auf einmal regelmäßige Besuche, man ruft öfter an, wünscht sich jeden Tag mit der Mami zu telefonieren und fährt noch häufiger hin. Doch was, wenn man durch die viele Zeit, die man wieder mit den Eltern verbringt wieder bemerkt, weshalb man überhaupt die ganzen Jahre immer zu ausziehen wollte!?

Tja, dann muss man wohl endgültig lernen alleine klar zu kommen, pünktlich die Miete zu überweisen, regelmäßig einkaufen zu gehen, Kochbücher zu kaufen und auch mal den Putzlappen in die Hand zu nehmen.

Und wenn man dann doch mal wieder die Mami besucht, freut man sich umso mehr auf ein lecker gekochtes essen (ist sogar meist das Lieblingsessen, denn die Eltern vermissen einen ja auch sehr ;-)), auf die Fürsorglichkeit der Mami, und auf das alte Zuhause, mit dem man unendlich viele Kindheitserinnerungen verbindet!

*geschrieben im August 2012

Titelbild: Antranias (Pixabay)

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