Carolin Kebekus über den Pay Gap, Komplexe und das Tupperdosenproblem

Koblenz, 08. Oktober 2017. Mit Standing Ovations wurde Carolin Kebekus an diesem Abend von den knapp 3.200 Gästen in der Conlog Arena in Koblenz verabschiedet. In diesem Moment sah sie wie ein gerührtes junges Mädchen aus, dass es kaum fassen konnte, wie sehr sie von dem Publikum gefeiert wurde. Doch die 37-Jährige Kölnerin hat es faustdick hinter den Ohren. Wie sie dort in ihrem kurzen Lederrock und den heißen High-Heels auf der Bühne steht und sich feiern lässt, kann man kaum glauben, dass sie in den letzten 2,5 Stunden derbe Sätze wie „Ich bin gerne betrunken“ oder „Ich furze für alle Frauen auf diesem Planeten“ in den Mund genommen hat. Aber genau dafür wird sie von den Showgästen gefeiert: Die hübsche Kölnerin spricht aus, was sie denkt, ist ehrlich und nimmt absolut kein Blatt vor den Mund.

Carolin Kebekus wurde im Jahr 1980 in Köln geboren und ihr Talent Menschen zu unterhalten wurde relativ schnell entdeckt. Diverse Preise kann die hübsche Kölnerin bereits ihr eigen nennen, darunter auch der begehrte 1Live Comedy Preis. Seit 2015 ist sie mit ihrer aktuellen Tour „Alpha Pussy“ in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterwegs. Bereits zum zweiten Mal machte sie am letzten Sonntag Halt in der Conlog Arena in Koblenz. Im März heizte sie schon 3.500 Menschen ordentlich ein, sodass ihr Ruf ihr voraus geeilt ist und sie auch dieses Mal wieder die Halle füllte.

Nach 2,5 Stunden habe auch ich sie in mein Herz geschlossen. Zugegeben, anfangs war ich skeptisch. Oftmals sind mir Comedians zu weit unter der Gürtellinie, sprechen Themen an, die sie besser nicht mit Humor überschattet hätten oder sind einfach zu plump. Carolin hat mich allerdings eines besseren belehrt und so habe ich fast schon einen Muskelkater vom vielen Lachen. Und ich bin wirklich nicht leicht zum Lachen zu bringen. Natürlich waren auch bei ihr ein paar Sätze absolut unter der Gürtellinie. Aber wer danach ganz sympathisch sagt: „Okay, das war jetzt bisschen drüber“ – den kann man nur lieb haben.

Die Themen waren vielfältig, von der letzten Karnevalssession und ihrer schwächer werdenden Leber, bis hin zu einem Diskobesuch mit Mami, grünen Smoothies, einer mit Mett gefüllten Badewanne und der AfD. Es ist auf jeden Fall für jeden etwas zum Lachen dabei. Mit eurer Mutter solltet ihr die Show dennoch nicht besuchen, aber die Erklärung erspare ich euch lieber.

Für Männer ist ihre Show ebenso geeignet wie für uns Frauen. Auch wenn viele ihrer Themen auf uns Frauen ausgelegt sind, können auch Männer hier einiges lernen. Wir sollten uns nicht zu ernst nehmen, nicht jedem Figur-Trend hinterher eilen oder uns mit dem Pay Gap zufrieden geben – Wir sollten alle eine Alpha Pussys sein. Mit einem Wegbier in der Hand für unsere Rechte eintreten.

Eine Show, über Mädchen-Pornos, verheerende YouTube-Schleifen, Shitstorms auf Facebook, viel zu dumme Fragen und über unsere „Mom & Dads“, die wir alle zwar sehr lieb haben, aber dennoch niemals mit in eine Disko nehmen sollten. Vor allem nicht, wenn wir mal wieder Mamis Tupperdose zuhause liegen gelassen haben.

Zum Abschluss bleibt mir nur noch zu sagen: Schnappt euch schnell noch die letzten Karten für die Shows, besorgt euch die DVD oder die *CD der Show und vielen Dank an Carolin Kebekus für einen unterhaltsamen aber auch zum Nachdenken anregenden Abend.

 

*Copyright Titelbild: Carolin Kebekus (Facebook)


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