Don’t you wanna come with me?

Don’t you wanna come with me?
Don’t you wanna feel my bones on your bones?
It’s only natural

Die Killers haben es bereits 2006 schön treffend formuliert: „Willst du mit mir zusammen kommen? Es ist nur natürlich.

Im Idealfall kommen beim Sex natürlich beide. Aber seien wir mal ehrlich: Meistens geht die Frau doch leer aus. So ist das beim Sex. Mittlerweile gibt es dafür sogar einen Ausdruck: Orgasm Gap.

Eine sehr ernüchternde, aber leider wahre Studie: Zwei Drittel aller Frauen kommen beim Sex nicht zum Orgasmus. Ja, die weibliche Anatomie ist kompliziert. Ja, manchmal (oder meistens) dauert es länger, bis eine Frau zum Höhepunkt kommt. Aber dass ganze zwei Drittel aller Frauen beim Sex nicht kommen, liegt zum Großteil – sorry, aber meiner Meinung nach stimmt es – an den Herren der Schöpfung.

Es gibt mehrere Gründe, warum Frauen nur so selten einen Orgasmus beim Sex erleben.
1. Es ist schwieriger und dauert länger
2. Die Frauen wissen selbst nicht, was ihnen gefällt und/oder können es ihrem Partner nicht mitteilen
3. Der Mann hat keine Ahnung, was er da tut.

Die Sache mit der Anatomie

Wissenschaftlicher sind sich einig: Der weibliche Orgasmus ist ein sehr komplexes Phänomen, welches durch psychologische, physiologische und anatomische Varianten beeinflusst wird.

Wenn ihr mich fragt ist es ein wenig unfair, dass die weibliche Anatomie so kompliziert aufgebaut ist. Bei Männern ist das Ganze so viel einfacher. Sie kommen schneller, oft sind es die gleichen oder ähnliche Punkte und Techniken bei jedem Mann, die man anwenden muss. Und selbst bei langweiligem Blümchensex, rein-raus in der Missionarstellung, kann der Mann nach 2 Minuten kommen, während die Frau sich fragt, ob er überhaupt schon richtig drin war. Unfair, findet ihr nicht?

Wissenschaftler sollen nun herausgefunden haben, dass die weibliche Anatomie bei manchen Frauen einen Orgasmus verhindern kann. (Quelle) Generell ist es für uns Frauen schwieriger zum Höhepunkt zu kommen, da wir deutlich mehr Reize und Stimulation benötigen, als die Männer.

Hier ist also oft auch einfach nur die richtige Technik gefragt. Hat man einmal rausgefunden, wie man am besten kommt, dann kann durchaus eine Orgasmusgarantie bestehen. Aber dennoch: Abwechslung macht’s.

Schweigen ist Silber, Reden ist Gold

In unserem Falle ist Schweigen nicht einmal mehr Silber, weil mit Schweigen bleibt ihr meist verdammt weit weg von einem Orgasmus. Studien belegen auch, dass es für Frauen in einer langfristigen Partnerschaft einfacher ist, regelmäßig zum Orgasmus zu kommen. Bei One-Night-Stands kommen die meisten Frauen gar nicht.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass ihr selbst wisst, wie ihr am besten kommt. Probiert euch aus. Mit verschiedenen Männern, mit der Freundin, mit Spielzeug, mit Videos, … es gibt viele Möglichkeiten, sich auszuprobieren. Und wenn ihr wisst, wie ihr kommt, dann könnt ihr dieses Wissen an euren Partner weitergeben.

„In einer weit, weit entfernten Galaxis…“

Kommen wir nun zu euch, liebe Männer. Natürlich ist es nicht bei jedem Sex eure Aufgabe, uns Frauen zum kommen zu bringen. Natürlich ist das mit viel Arbeit, Ehrgeiz, Wissen und Können verbunden. Aber ihr solltet euch dennoch regelmäßig dieser Aufgabe stellen und mit allen Mitteln daran arbeiten, eure Partnerin zum kommen zu bringen. Nicht jedes Mal, aber doch regelmäßig. (Jedesmal wäre natürlich dennoch wünschenswert…)

Weil es gibt sie. Diese Männer, die es so gut wie jedes Mal schaffen und sich auch große Mühe geben dabei, mit Erfolg am Ende. Und wollt ihr wirklich schlechter sein, als diese Männer?

Insgeheim wünscht sich doch jede Frau, dass sie einen Mann hat, der genau weiß, was er da im Bett tut. Sex ist ein sehr wichtiger Bestandteil in jeder Partnerschaft. Das ist nunmal so. Auch für uns Frauen. Und berücksichtigt ihr unsere Bedürfnisse und Wünsche nicht, dann werden wir mit der Zeit unglücklich.

Statistisch gesehen gehen die meisten Frauen nicht wegen schlechtem Sex fremd, sondern weil uns der Partner zu wenig Beachtung und Aufmerksamkeit schenkt. Aber betrachten wir es doch mal so: Wir sagen euch, was wir gerne im Bett hätten. Nichts passiert. Was bedeutet das für uns? Wir sind es euch nicht wert, auf unsere Wünsche und Bedürfnisse einzugehen. Was passiert? Wir fühlen uns nicht beachtet, ungeliebt, nicht wertgeschätzt. Voila – Der statistisch häufigste Fremdgeh-Grund bei Frauen.

Warum es – gerade in meinem Alter – immer noch so viele Männer gibt, die keine Ahnung haben, was bei uns wo ist, was sie wie anzufassen haben oder wo sie da mit ihrer Zunge rumstochern, ist mir ein Rätsel. Hat ihnen keine Frau vorher gesagt „Hey, die Klitoris befindet sich bestimmt nicht da, wo du gerade mit deiner Hand bist!“? Oder ist den Männern das schlicht und einfach egal? Ich weiß es nicht. Mit Anfang 20 ist das ja alles noch okay. Aber mit Ende 20….da sollte der Mann eigentlich genau wissen, was er da macht und es sich für uns nicht anfühlen, als sei das alles „unerforschtes Gebiet“ für ihn.

Rein-Raus beherrschen sie alle. Aber dass da noch viel mehr dazu gehört, scheint für viele Männer leider immer noch fremd zu sein. Da hilft auch kein „mithelfen“ mehr. Vieles ist gleich bei jeder Frau, vieles aber auch nicht. Die eine mag Dinge, die die andere nicht mag. Ja, einiges kann man pauschalisieren. Und genau das, was man pauschalisieren kann, sollte jeder Mann zumindest wissen. Alles andere ist individuell.

Foto: Jez Timms (Unsplash)

Orgasmuspflicht?

Nein. Für mich jedenfalls nicht. Sex kann auch ohne den Höhepunkt sehr sehr gut sein. Im Idealfall endet großartiger Sex mit einem tollen Orgasmus. Es kann aber auch passieren, dass großartiger Sex mit einem nicht so guten Orgasmus endet. Und was behält Frau dann in Erinnerung? Den schlechten Orgasmus, nicht den tollen Sex. Es ist eine Gratwanderung, das gebe ich zu. Aber wenn der Mann weiß, was er da tut, dann wird der Höhepunkt auch gut. Wenn nicht, kann der Sex noch so toll sein, in Erinnerung bleibt der schlechte Orgasmus.

Jetzt sind wir wieder bei einem Punkt, der nur vor Ungerechtigkeit strotzt: Kommt der Mann beim Sex nicht zum Orgasmus, dann bekommt die Frau automatisch Selbstzweifel. Die Gesellschaft hat uns eingepflanzt, dass Sex mit dem Höhepunkt des Mannes endet. Auch interessant: Bei uns gibt es ein ausschließlich männlich geprägtes Verständnis von Sex. Bedeutet:  Viele verstehen unter Sex ausschließlich das Eindringen vom Penis in die Vagina. Dass da noch viel mehr dazu gehört – vor allem damit die Frau kommt – wissen oder verstehen einige nicht. Hier ist meiner Meinung nach auch die sexuelle Aufklärung an der Schule schuld. Also ich habe es genau so gelernt. Das hat mich einige Jahre mit schlechtem Sex gekostet…


Also liebe Frauen: Redet mit euren Partnern. Sagt ihnen, was ihr euch wünscht, was euch gefällt. Und noch wichtiger: Findet selbst heraus, was euch gefällt. Experimentiert mit euch selbst. Und ja, natürlich dürft ihr das auch, wenn ihr ein einer festen Beziehung seid. Es ist euer Körper. Eure Lust. Eure Erfahrungen.

Und Männer: Gebt euch mehr Mühe! Strengt euch an. Experimentiert. Seid kreativ. Lest! Jeder Mann der behauptet, er wüsste nicht wie es geht, braucht doch nur mal zu googeln…. Und fragt eure Frauen. Probiert es gemeinsam aus.

Die Orgasmus-Ungerechtigkeit zwischen Männern und Frauen mag ja im Mittelalter okay gewesen sein, aber heutzutage? Ich bin jedenfalls FÜR mehr Gleichberechtigung in diesem Fall. Weil mal ehrlich: Es gibt doch kaum ein schöneres Gefühl, oder Mädels? 😉

Aber um es doch nochmal klar zu stellen: Wenn ich die Wahl hätte, würde ich mich für großartigen Sex ohne Orgasmus entscheiden, statt mittelmäßigen Sex mit einem schalen Orgasmus.

Ein Kommentar zu „Don’t you wanna come with me?

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