Lieblingshobby: Smartphone – Wenn das Handy zur Sucht wird

Achtung: Wer mit Sarkasmus, Ehrlichkeit und Direktheit Probleme hat, 
sollte diesen Beitrag nicht lesen!

Generation Y. Wir sind die Handy-Generation. Unsere Kindheit verbrachten wir draußen, haben Fangen gespielt, uns mit Freunden getroffen und hatten feste Fernsehzeiten. In unserer Teenager-Zeit nahm dann ganz langsam das Handy Einzug in unser Leben. Und heute? Heute in unseren Mittzwanzigern oder Anfang Dreißigern dreht sich alles um dieses kleine Gerät namens Smartphone.

Was das mit uns macht, welche Auswirkungen dies auf unser Sozial- und Beziehungsleben hat und wie schön es früher mal war, lest ihr in diesem Artikel.

Wie sich unsere Hobbys verändert haben

Hobbys früher:

  • Ein Buch lesen
  • Mit Freunden draußen Fangen oder Verstecken spielen
  • Ein Instrument spielen
  • Tagebuch schreiben

Hobbys heute:

  • Im Internet surfen
  • Netflix gucken
  • Nachrichten schreiben
  • Raus gehen um Fotos von dem zu machen und zu posten, was man gerade getan hat

Herzlichen Glückwunsch!

Was ist aus den guten alten Hobbys geworden wie Bücher lesen? Warum liest man stattdessen Blogartikel im Internet? Oder schaut stundenlang YouTube-Videos, macht zum dreißigsten Mal heute die Kalender-App auf, öffnet WhatsApp, obwohl keine Nachricht da ist oder scrollt teilnahmslos in der Facebook-Timeline herum?

Mal ehrlich: Wie oft habt ihr schon euer Smartphone entsperrt, durch eure Apps gescrollt ohne zu wissen was ihr wollt und es wieder aus gemacht?

Sinnlos. Absolute Zeitverschwendung.

Übrigens als kleiner Hinweis von jemandem, dessen Beruf das Internet ist: Ein Buch, welches bei einem renommierten Verlag erscheint, wurde auf Fakten überprüft. Ein Blogartikel – ja sogar ein Wikipedia-Artikel – ist rein subjektiv. Ich könnte jetzt einen Artikel verfassen darüber, dass man von 5 Tassen Kaffee am Tag stirbt. Ich könnte es mit Quellen belegen und beweisen, dass dieser Fakt auf mehreren weiteren Internetseiten ebenfalls steht. Wie? Indem ich all diese Internetseiten selbst erstelle. Wer schaut sich schon wirklich das Impressum an und stellt dann fest, dass alle Seiten einer Person gehören? Daher würde ich egal um was es geht eher ein Buch kaufen und lesen, als mich durch 20 Google-Seiten-Ergebnisse zu klicken und am Ende kein bisschen schlauer zu sein. 

Was bleibt übrig aus unserer Kindheit?

Dienstag ging es zum Ballett-Unterricht, Donnerstag war Fußball-Training, Samstag ein Turnier und irgendwann sonst noch war die Klavierstunde. Gerade die 90er und frühen 00er Jahre zeichnen sich durch Förderung aus. Unsere Eltern haben uns gefördert (ja, vielleicht zu viel) und sorgten mit festen Fernseh- und PC-Zeiten dafür, uns mit uns selbst, unseren Hobbys und Freunden zu beschäftigen. Was ist davon nur übrig geblieben?

Wann habt ihr zuletzt das Instrument gespielt, welches ihr früher gelernt habt? Wann habt ihr zuletzt ein neues Buch angefangen? Habt ihr schon das kleine Café um die Ecke ausprobiert, welches ihr schon immer testen wolltet, aber seid am Ende doch mit eurem eigenen Kaffee von Zuhause und dem Handy in der Hand auf die Couch gelandet?

Früher konnten wir uns wunderbar selbst beschäftigen. Heute wissen wir kaum etwas mit uns anzufangen, ohne gleich unser Smartphone in die Hand zu nehmen. Traurig, oder?

Beziehungskiller Handy

Mittlerweile gibt es dafür ja sogar einen Begriff: Phubbing. Ich schrieb auch bereits einen Artikel zu diesem spannenden (und teilweise verstörenden) Thema. Früher gab es sowas nicht. Aber in der heutigen Zeit ist das Handy ja teilweise wichtiger als der eigene Partner. Ich sehe oft Pärchen im Café sitzen, oder im Restaurant, beide mit dem Smartphone in der Hand. Super Beziehung. Gespräche werden unterbrochen, um etwas zu googeln. Aktivitäten werden nicht mehr nur zu zweit ausgeführt, nein, der Kumpel oder die Freundin müssen SOFORT daran beteiligt werden mit einem Foto oder einer Nachricht. Dabei gehört dieser Moment und dieses Erlebnis nur zwei Menschen, nicht dreien oder der Instagram-Community.

Aber auch bei anderen sozialen Kontakten wirkt sich das Smartphone negativ aus. Am Tisch mit der Familie erzählt der Opa zum zehnten Mal die gleiche Geschichte. Schon wieder … gut, dann kann man ja grad schnell die Nachrichten auf dem Handy checken, der merkt das eh nicht. Selbst wenn nicht – es ist respektlos. Widmet eure Zeit und eure Aufmerksamkeit zu 100% den Menschen, die ihr liebt und die euer Leben bereichern. Das Smartphone läuft nicht weg. Und die Facebook-Timeline mag morgen zwar mit anderen Dingen gefüllt sein, aber auch davon wird eure Welt nicht untergehen.

Handysucht
Mit dem Smartphone, statt miteinander – Foto: Pixabay

Leute, sucht euch Hobbys!

Ihr braucht einen kleinen Anreiz? Wie wäre es denn mit …

  • Sport treiben / Fitness Studio / Joggen / einem Sportverein beitreten
  • Bücher lesen
  • Ein Instrument spielen lernen
  • Konzerte / Lesungen / etc. besuchen
  • Mit Freunden verabreden – ohne Smartphone in der Hand!
  • Verreisen / eine Reise planen
  • Gemeinsame Zeit mit dem Partner verbringen
  • Reden!

Was ist nur aus der guten alten Unterhaltung geworden. Heute trifft man sich mit Freunden, zeigt sich die nächste Eroberung auf dem Smartphone, den Chatverlauf mit dem aktuellen Schwarm, den tollen Instagram-Account den man gefunden hat, schaut zusammen bei Facebook nach was gemeinsame Bekannte so treiben, und und und. Und ganz wichtig: Erstmal ein Foto vom Essen machen und hochladen. Oder in der Instagram-Story erzählen, dass man sich gerade mit einer Freundin / einem Freund trifft.

Könnt ihr mir beantworten, welches die Leistungs-/Lieblingsfächer eures Gegenübers waren? Welche Wunschreiseziele die Person hat? Wie seine Kindheit ausgesehen hat? An welchen Orten sie bereits wohnte? Oder mal ganz knifflig: Könnt ihr mir ganz genau sagen, was diese Person arbeitet und den lieben langen Tag so macht dort? Ich vermute nicht. Aber Hauptsache, ihr habt das letzte Foto auf Instagram von dieser Person geliked und markiert sie unter dem „Made-My-Day“ Facebook-Post, wo man die Person taggen soll, die einem zuletzt bei WhatsApp geschrieben hat.

Schaut euch nicht das gesamte Konzert durch die Handykamera an. Blickt in die Natur oder nach draußen, wenn ihr in der Bahn sitzt.

Konzert Besuch nur über das Handy-Display – Foto: Pixabay

Ich bin sicherlich eine Verfechterin, das Smartphone überall mit hin zu nehmen. Ich google auch viel. Aber alles bitte in Maßen. Und mein Handy als Hobby? Niemals. Dafür sind mir meine persönliche Weiterentwicklung, meine möglichen Fähigkeiten die ich erwerben kann, meine Speicherkapazität im Gehirn und meine sozialen Kontakte zu wichtig.


Titelbild: Pixabay

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